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Unterwegs.

Blick auf den See.

Blick auf den See.

Blick auf den See.

Blick auf den See.

Hund badet.

Taubenloch Eingang.

Taubenloch.

Taubenloch.
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Donnerstag war Anreisetag.
Wir schlugen unser bescheidenes Lager im Hotel Du Lac auf.
Da das Hotel direkt am See liegt, hatten wir tolle Aussichten und meine Frau hatte es nicht weit, wenn sie baden gehen wollte.
Nachdem das Nötigste verstaut war, wanderten wir über die Weinberge nach Alfermee, wo unser Hund auch im See baden konnte.
Am Nachmittag fuhren wir zurück in die Unterkunft, wo ich mich vor dem Lauf ausruhte. Rechtzeitig machte ich mich für den Start um 22.00 Uhr fertig. Ich fuhr vom Hotel mit dem Bus zum Hauptbahnhof und von dort zum Eisstadion.
Das war nicht so bequem wie die beiden Jahre davor, wo wir nur einen kurzen Weg von der Massenunterkunft zum Start hatten. Dafür war es in diesem Jahr in unserem Zimmer ruhiger nach den doch sehr unruhigen Tagen und Nächten in der Massenunterkunft Sahligut 2006.
Da ich wegen dem eingeschränkten Busverkehr sehr früh aufgebrochen war, hatte ich vor dem Start noch ca. 2 Stunden Zeit. Diese Zeit konnte ich sehr gut brauchen, um eine Toilette zu finden. Da hieß es erst mal, sich hinten anzustellen und zu warten.
Nachdem das erledigt war, verbrachte ich den Rest der Zeit damit, andere Läufer, Betreuer, Helfer und Angehörige im Zelt zu beobachten und einen Kaffee zu trinken. Dann endlich war es so weit. Wir Läufer gingen zum Start. Der Regen hatte zum Glück schon längere Zeit aufgehört. Es versprach nicht so warm wie in den letzten beiden Jahren zu werden, was mir recht war.
Vor dem Start sah ich noch einige bekannte Gesichter. Dieses mal war ich überhaupt nicht aufgeregt. Nach dem Starschuss setzte sich das Läuferfeld in meiner Umgebung nur langsam in Bewegung. Ich konzentrierte mich auf die Laufbewegung.
Ich sah die Gesamtlaufstrecke vor mir. 100 Km, so viel ist das nicht, nur 10 mal 10 km, so dachte ich. Dann fiel mir wieder ein, welche Schmerzen ich in den letzten Jahren ab 70 bzw. 80 km in den Beinen oder dem Rücken hatte. Im Bauch rumorte es. Ich beschloss, mich auf das Durchkommen zu konzentrieren. In Biel selbst gab es- wie in den Jahren zuvor–viel begeistertes Publikum–Gänsehaut.
Dann liegen 5 km hinter uns. Nur noch wenige Menschen stehen am Straßenrand. Vereinzelte Jubelgruppen feiern uns. Bei Brügg gibt es eine herrliche Aussicht auf mehr als tausend Lichter in den Bergen. Die Bauchschmerzen werden stärker. Etwas stimmt nicht. Meine Beine fühlen sich noch sehr gut an. Ich laufe verhalten. Ab km 10 musste ich leider öfter in den Wald oder die bereitstehenden Toilettenboxen. Ich muss irgendetwas Falsches gegessen oder getrunken haben.
Während des gesamten Laufs verbrachte ich, gefühlt, eine geschlagene Stunde auf Toilette. So kann man seine Laufzeit auch verbringen. Aber ich höre jetzt auf damit.
Ab und zu regnet es leicht. Ungefähr um 3.00 Uhr morgens gab es ein Gewitter, aber es regnete nicht so stark wie ich befürchtet hatte. Diesmal hatte ich für den Lauf eine Regenjacke ohne Ärmel an. Das erwies sich als passend.
Aarberg. Gänsehaut kurz vor der Brücke. Menschenspalier, Musik, Anfeuerungsrufe und Volksfeststimmung und das mitten in der Nacht. Dann laufe ich über die Brücke. Ein tolles Gefühl hier zu laufen.
Immer noch Bauchrumoren. Dann wird meine Laufmeditation durch lautes Rufen unterbrochen. Die Fahrradbegleitung des führenden Marathonläufers bittet darum, Platz zu machen. Wir werden von weiteren Marathon –und Staffelläufern überholt.
Dann erreiche ich das Marathonziel etwa km 40 für die 100 km–Läufer. Hier lassen sich einige Läufer massieren.
Ich brauche wieder einen Boxenstopp, also ab in das Plastikhäuschen. Danach zeigt mir ein Blick auf die Uhr, das meine Endzeit dieses Jahr leider nicht unter 12 Stunden liegen wird. Noch etwa 60 km und Bauchschmerzen. Außerdem fühle ich mich durch den Flüssigkeitsverlust ziemlich schwach, obwohl sich die Beine noch ziemlich gut anfühlen.
Durch die geschlossenen Wolkendecke ist es reichlich dunkel. Besonders im Wald braucht man unbedingt eine Lampe. Die Wege sind relativ gut, nur auf einem Teilstück gab es viele Pfützen. Einige davon besuchte ich.
Kaum Heuduft nach dem Regen. Nur vereinzelt zirpten die Grillen.
Gedanken. Warum mache ich das hier? Bauchschmerzen. Nie wieder. Meine letzte Teilnahme. Die Beine bewegen sich mechanisch. Dann der Wille durchzukommen. Ich will den Lauf hinter mich bringen. Nicht abbrechen. Oder doch? Nein. Na gut, vielleicht werde ich doch nächstes Jahr wieder hier starten. Dann wird auch bestimmt die Zeit wieder besser. Mir ist zwar nicht gut und ich fühle mich schwach, aber ich werde weiterlaufen. Es geht. Ja, ich werde laufen. Die vielen Trainingsstunden zahlen sich aus.
Ich habe großen Durst. Da vorne kommt schon eine Verpflegungsstelle. Bananen tun gut und auch die geschnittenen Orangen. Ich trinke Cola mit Wasser–drei große Becher. Ich laufe langsam wieder an und nach ca. 3 km geht es mir besser.
Kirchberg–km 55. Bald geht es auf den Emmendamm. Diesmal fällt es mir leichter, hier zu laufen. Im vorigen Jahr war es schwerer, nur die Gesamtzeit wird schlechter sein. Das steht fest.
Dann endlich Gerlafingen.
Es ist längst hell. Leider gab es in dieser Nacht weder den Mond zu bestaunen noch einen schönen Sonnenaufgang wie in den letzten Jahren. Ich überhole jetzt sogar wieder Läufer.
Dann noch ein Einbruch. Die 10 km ab km 70 erscheinen mir ewig lang. Endlich sehe ich vor Arch das 80 km–Schild. Langsam den Berg hoch gehen und oben langsam wieder anlaufen. Das Anlaufen geht nicht mehr so leicht, und doch geht es immer wieder.
Hinter Arch an der Aare. Auf dem Weg gibt es viele Pfützen. Es ist schmierig. Trotzdem lässt es sich ziemlich gut laufen. Ich schaue wieder auf die Uhr. Meine Endzeit wird wohl irgendwo zwischen 12:30 und 12:45 liegen.
Die Sonne kommt jetzt immer öfter vor. Mein Puls jagt. Ich kann nicht mehr laufen. Ich lege eine Gehpause eine, die unerwartet lange ausfällt. Kurz vor Büren kann ich endlich wieder laufen. Jetzt laufe und gehe ich abwechselnd 5 Minuten. Ich kann nur noch sehr langsam laufen. Ich sehe ein Schild: km 90. Nur noch 10 km. Das ist ein lockeres Läufchen, im Training jedenfalls.
Wieder anlaufen. Zu meinem Erstaunen geht es den Umständen entsprechend leicht. Ich finde wieder in meinen Laufrhythmus zurück. Zwar langsam–aber ich laufe. Die Anstiege gehe ich jetzt natürlich.
Pieterlen. Ein langersehnter Verpflegungspunkt. Bald danach kommt km 95.
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Anmeldung.

Anmeldung-Eishalle.

Maggligen.

Nudelparty.

Jörgy`s Rüstung.

Andrea und Jürgen.
Die letzten Kilometer kann ich ziemlich gut laufen, diesmal. Dann nur noch ein Kilometer.
Man ruft uns zu: „Die paar Meter schafft ihr noch!” Als ich den Sprecher höre, der meinen Namen durchsagt, habe ich überhaupt keine Schmerzen mehr. Ich laufe bei 12:44:35 über die Ziellinie. Die schlechteste Zeit von 3 Teilnahmen.
Es ist mir egal, woran es lag. Ich genieße, den Lauf gesund überstanden zu haben. Es war wieder ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Ich habe keine Zweifel mehr, im nächsten Jahr wieder starten zu wollen. Ich weiß, warum ich das mache.

Da, da kümmta!

Gruppenfoto.
Letzte Änderung: 16.05.2009
2007 © Joerg Segger
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