Gastberichte

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Nadja`s Halbmarathon 2008


26.Oktober 2008 - Nadja läuft ihren ersten HM beim Röntgenlauf


Gerade noch zu sehen im Gewühl - Nadja - 2. v.l.
Nadja schrieb: "So, hier mein Bericht von Sonntag.
Der Start ist um 8:30 Uhr. Die Startunterlagen müssen bis 7:45 Uhr abgeholt sein und da ich ja immer Angst habe, zu spät zu sein, soll es um 6:15 Uhr losgehen. Viel zu früh, wie sich dann rausstellt, wir (mein Super Wettkampf-Begleiter Jürgen und ich) haben noch eine gute Stunde Zeit, die wir in der großen Sporthalle verbummeln. Ich bei einem Kaffee, Jürgen bei einem Weckmann. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, nicht sooooo doll wie ich gedacht hatte, dass ich das sein werde, aber so ganz kalt lassen mich die ganzen sportlichen Menschen, die sich dort tummeln, dann doch nicht. Puh … doch – sehen alle sehr sehr sportlich aus. Und ich bin noch müde, und das obwohl ich zeitig ins Bett gegangen war. Naja, ich werde schon noch wach werden.
Eine viertel Stunde vorm Start nochmal schnell für kleine Mädchen gehen. Komisch, wenn man weiß, dass man die nächsten 3 Stunden keine so guten Gelegenheiten dazu hat, muss man ja alle paar Minuten mal. Mädchen halt.
So langsam sammeln sich alle gut 3000 Starter am Startbogen.
Wir suchen uns dort auch ein Plätzchen und ich rüste mich schon mal für den Lauf. Jacke aus, die Hose, die ich über der Hose trage aus, MP3-Player ins Ohr, Taschentücher eingesteckt, alles nochmal gerade gerückt, es kann losgehen.
Der Moderator schwingt noch das ein oder andere flotte Sätzchen, so langsam nähert es sich der 8:30 Uhr. Ich stehe relativ weit hinten im Starterfeld, noch vor den Walkern, aber halt weit hinten.
Neben mir drei Jungs um die 20. Wir machen Scherzen, denn nach dem Startschuss kommt das Feld nur langsam ins Rollen und wir warten noch ca. 2 Minuten. „So anstrengend ist das gar nicht“ ... „ Ja, so kanns weiter laufen“. Die Drei habe ich danach nicht mehr wieder gesehen.
Dann geht’s auch für die hinteren Starter irgendwann mal los (2 Minuten können ja wirklich lang sein) und wir traben langsam an. Und direkt zu Anfang eine schicke Steigung in Richtung Altstadt. Puh. Na das kann ja heiter werden, denke ich so bei mir. Aber wo es rauf geht, geht es ja auch wieder runter.
Wir laufen durch die Altstadt, ich habe die Kopfhörer auf und die Band „Live“ motiviert mich. Ich glaube, ich hatte genau das richtige Tempo, nicht zu schnell, nicht zu langsam. Zumindest haben mich meine Mitläufer nicht zum Rennen animiert. Ich bin schön mein Tempo gelaufen.
Aus den Häusern und am Straßenrand stehen überall Leute und winken, rufen und machen Lärm um die Läufer zu Hochleistungen zu motivieren. Gelingt auch, glaube ich. Zumindest mich motiviert es.
Am Start kommen wir nach ca. 4 km wieder vorbei. Jürgen steht dort und guckt suchend in die Menge. Er sieht mich nicht, und das obwohl ich ihm ne Super Grimasse schneide. „Naja,“ denke ich, „im Ziel dann halt. “ Wir laufen aus der Stadt heraus ins Grüne. Es geht leicht bergab und ich kann kilometerweit den Weg entlang gucken. Und man sieht nichts als Läufer. Ein toller Anblick, muss ich schon sagen. Ich mache meine Musik etwas lauter und laufe und laufe und laufe. Irgendwann kommt man durch den Wald, dann wieder Feld. Ein Stück rauf, eins wieder runter. Jürgen treffe ich noch 3 mal. Kurz hinter km 10, hinter km 14 und irgendwas bei 18 km. Diesmal entdeckt er mich auch, klar, denn das Läuferfeld hat sich sehr entzerrt und ich befinde mich ca. im hinterem Drittel.

Laufen macht Spaß!
Bis km 10 läuft alles wie am Schnürchen. Ich fühle mich super, könnte noch ewig so weiter laufen. Ab km 16 wird’s dann schon ein wenig schwerfälliger, aber immer noch in Ordnung, ich kann mich nicht beklagen. Hier und da hält man mal 2 oder 3 Sätze ein Schwätzchen, die Mitläufer sind alle sehr nett und freundlich. Ab km 19 wird’s dann fies. So langsam geht mir die Kraft ein wenig aus, ich merke meine Gelenke, meine Beine sind schwer wie Blei. Kurz ein Schwätzchen innerhalb einer Frauentruppe, die Mädels ziehen dann aber an mir vorbei. Dann kommt noch mal eine extreme Steigung, die war nur im Gehen zu bewältigen, vor allem, weil diese mitten im Wald war, überall rutschiges Laub lag und die Baumwurzeln den Weg nicht erleichterten. Am Ende der Steigung mitten im Wald sitzt ein älterer Herr in einem Campingstuhl mit einem Tisch und Prosecco, eingemummelt in einer Decke und ruft uns motivierende Worte zu. „ Ab jetzt geht es nur noch bergab, Mädels. Ihr schafft das, ihr seid gleich da.“ Ich muss schmunzeln. Und bin gleichzeitig froh über diese Nachricht, denn weiterhin bergauf wäre auch nicht mehr gut gegangen. Wobei ich ja sagen muss, eine lange Strecke bergab tut auch weh …
Kurz vor Ende treffe ich einen Marathonläufer. Im vorbeilaufen sagt er mir, dass ich gleich da bin und es geschafft habe. Ich entgegne ihm, dass das auch wohl Zeit wird und wir tauschen ein Paar Sätze aus. Er will schneller weiter laufen und ich frage ihn, ob er mich das letzte Stück mitnimmt und passe mich seinem Tempo an. Kurz darauf schickt er mich ins Ziel.
Endlich angekommen. Die Uhr zeigt 2:31:und ein paar Zerquetschte. Meine Nettozeit betrug dann 2:29:21 Std. Sogar noch ein Paar Sekunden unter den 2:30 Stunden die ich im Hinterkopf hatte.


Für mich eine tolle Zeit wie ich finde, leider stellt sich der Stolz erst zwei Tage später ein, nachdem die Schmerzen ein wenig nachlassen. Mittlerweile kann ich auch wieder gehen, ohne dass man mir den Muskelkater bzw. die überstrapazierten Gelenke direkt ansieht.
Ob ich das nochmal mache? Da bin ich mir noch nicht sicher. Am Montag hatte ich noch gut mit der Müdigkeit zu kämpfen, der Sonntag war komplett gelaufen, außer einer heißen Badewanne und meinem Bett habe ich nicht mehr viel gesehen.
Mal schauen, vielleicht wenn ich vergessen habe, wie schwer die letzten beiden Kilometer waren. Waren die denn so schwer? Hmmm … eigentlich doch nicht, oder??"

Text by Nadja 2008

Letzte Änderung: 28.10.2008
© Joerg Segger