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Seit meiner Jugend schreibe ich Gedichte. Da sind sogar recht gute dabei! Manche Gedichte taugen nur noch als Erinnerungsstütze an Zeiten, die man durchlebt hat.
Hier sind einfach mal einige Gedichte dargestellt. Die Geschmäcker sind zum Glück unterschiedlich.
Zeitenbahnen
Lebenslicht,
ein Start,
geboren, erwartet oder nicht.
Ein Leben, zerbrechlich, gelernt, gemeistert, wohlig warm im Sonnenbad.
Ein Ende, langsam auf wackligen Beinen und Glucksen im Bauch.
Geträumt von wilder Jagd.
Damals.
Matter Hauch, damit vergeht die Lebensenergie.
So wahnsinnig sanft und doch ohne Aufenthalt.
Du machst erst Rast im Jenseits.
Dort wo Du wartest, deine Seele schwebt.
Es gibt Milliarden.
Jedes Leben hat seine Zeit.
Je ein Stück dazu, zur Unendlichkeit.
Vergeht ein Lebenslicht,
dort so weit am Horizont.
Oder nah und hinterlässt in Deiner Seele ein tiefes Loch,
gehen tausend neue Lichter an.
Dabei ist sicher eines dann für Dich.
Das scheint in trüben Tagen.
Ist da für Dich und zaubert wie die Sonne,
Wärme und Heiterkeit, die Kraft gegen Deine Sorgen.
Sicher, es beantwortet nie die stillen Fragen,
Und oft will es behütet sein.
Es bleibt gemeinsame Leuchtkraft
hinein in die bedrohlichen Ecken.
Warte dort, wo Du bist,
du wahnsinnig schönes Wesen.
Gelebt.
Vergangen.
Gestorben.
Tot.
(© Joerg Segger Gierath 10.03.2007)
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Irgendwann
Sonne hinter Wolken verspielt.
Am frühen Morgen
Traut sich die Fahrbahn halbvoll nur,
Gas geben, abgeflogen, dazuliegen.
Verwandelt, verstellt, verlogen,
auf der Arbeit eben.
Anders als ich bin.
Nicht ganz wahr, doch physisch schon.
Martyrium ums Überleben.
Genickt und gemeinsam Essen gewesen.
Gedanken pochen hart an der Schädelwand.
Dann versiegt die Kraft,
zu Ende geht der Tag.
Er war hart, teils ungerecht.
Jedenfalls so, dass ich das Andere nicht mehr mag.
Er war, wie viele Tage.
Nicht gut, doch auch nicht schlecht.
Irgendwann, wenn ich dann endlich kann,
werd ich das alles ändern!
Dann fahr ich in die Berge.
Dann geht es hoch. Immer höher.
Dort oben bin ich frei.
Lass mich dann.
Dann schnitze ich aus Kuhfladen bunte Zwerge.
Wandere, male und dichte.
Da bin ich ganz ehrlich.
Dann.
Irgendwann.
(© Joerg Segger Gierath 10.03.2007)
Herbstluft
Die Luft riecht nach Herbst,
nimm meine kleine Hand.
Vogelflug,
Abendrot hängt in den Wolken,
leicht war mir damals, sehr beschützt.
Keine Ahnung hatte ich von dieser Welt.
Du standest neben mir,
warst so groß und wusstest alles.
Lange ist das her.
Jetzt bist du alt und krumm.
Längst habe ich dir vergeben,
dass du kein König oder Professor warst
und Fehler hast.
Jetzt steh ich hier und schau nach oben,
halte eine schwache Hand.
Ich weiß auch nicht alles,
mach das Beste draus.
Wenn ich dann in dem Kasten liege,
zur rechten Zeit - das wird sein,
habe ich ein letztes Mal gedacht
an Vogelflug und meine Kinder.
Bleibt ein Augenblick in der Geschichte,
in dem man an mich gedacht.
(© Joerg Segger Gierath 14.08.2007)
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Morgens hastet man nicht
Morgens auf der Autobahn;
Beginnt der Kampf.
Gasgeben, Vogelzeigen - nur denken.
Jeder meint er könne fahren,
besser als der andere der blockiert.
Fahr doch Mann!
Ich lehne mich zurück,
hab aufgedreht die Musik.
Dröhnt übern Motor auch zum Nebenmann.
Mag er die Musik?
Wenn nicht, fahr weg DU!
Räkele, gemütlich im Sitz,
fahre entspannt und sehe die Sonne,
noch fast verdeckt.
Eine lange Wolke und der Nebel,
darin hat sie sich versteckt.
Gassigeher auf den Wiesen,
denk an unseren Hund.
Ist noch frisch, so jung.
Bald bin ich zurück.
Laß mich erst die Kohle machen.
Nur das bisschen, was wir brauchen,
ohne unterzugehen.
Da sind so viele Rechnungen,
nur von dem was uns gefällt.
Was zum Knabbern, Trinken,
auch für dich.
Wenn die Sonne dann müde in den roten Wolkenfetzen,
sich hangeln tut,
noch will sie was sehen,
dann komm ich zurück.
Fahr die gleichen Autostraßen.
Gemütlich, jetzt nervt die laute Musik.
Überholt mich alle doch.
Setzt euch schnell vorm Fernseher pünktlich,
elend, lasst euch was vorspielen,
versteckt euch, vor dem richtigen Leben.
Stopft euch voll - Fettschichten als Schutzschicht.
Erzählt, posaunt eurer Liebsten die Ohren voll.
Ja, schnell wart ihr zurück, dank 160 PS und Rücksichtslosigkeit.
Ihr wart alle toll!
Stresst euch weiter so.
Noch hat der Nachbar ein Auto, dass ist doppelt so breit.
Seht ihr noch den Tau am Morgen?
Küsst euch die Frau noch so, wie am Hochzeitstage?
Denkt, was soll die Frage?
Schleicht sich da `ne Vermutung ein?
Kann das sein?
Alles Arschlöcher,
vorbei am Leben.
Deckel zu!
Hochgelobt, dann versenkt!
Der hat uns auch nichts geschenkt!
Jetzt ist er tot.
Hat stets gedrängelt, sich in die Mitte gestellt,
sich ungefragt genommen, was ihm nicht gehört.
Jetzt ist er tot, der Idiot!
(© Joerg Segger Gierath 14.04.2007)
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Selbstlaut
(kein Egoist)
Den Strom des Blutes,
wie er an den Adern reibt.
die Gedanken an was Gutes,
an das, was bleibt.
Hin und her gerissen,
in Gefühlen zwischen leise und laut.
In sich reinhören, wissen,
wer man ist, wenn man sich traut.
Die Ahnung im Sinn,
einer Seifenblase gleich.
Die Zeit ist lang, in der ich nicht bin.
Sein Leben selbst zu verbrauchen macht reich.
(© Joerg Segger Gierath 01.06.2006)
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(© Joerg Segger Gierath 2006/2007/2008/2009)
Letzte Änderung: 21.04.2009
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